Microsoft hat sich für teures Geld den Online-Telefondienst Skype gekauft. Was heißt das für Windows Phone, was könnte die langfristige Strategie hinter dem Zukauf sein?
Microsoft hat sich gegenüber Facebook und Google durchgesetzt und den Online-Telefondienst Sykpe übernommen. Der Kaufpreis, sagenhafte 8,5 Milliarden Dollar. So hat sich der Deal für die Eigentümer von Skype jedenfalls gelohnt. Ob sich der Zukauf auf für Microsoft lohnen wird, wird sich zeigen. Er ist jedenfalls ein Schritt das eigene Geschäft weiter in den Bereichen Online und Cloud auszubauen. Microsoft verdient aktuell den größten Teil seiner Gewinne mit Windows und Office und hat im Onlinegeschäft Nachholbedarf.
Ovi Maps
Windows Phone 7 ist reichlich spät auf den Markt gekommen. Obgleich von vielen Experten bestätigt wird, dass WP7 recht ordentlich funktioniert und die Plattform Potential hat einen größeren Marktanteil zu erreichen. Die Kooperation mit dem Handybauer Nokia soll diesbezüglich die nötigen Geräte schaffen. Ähnlich, wie aktuell Microsoft, hat sich Nokia vor einiger Zeit den Navigationsanbieter Navteq gekauft. Seitdem bietet Nokia auf seinen Smartphones den Navigationsdienst Ovi Maps an. Gegenüber Bing Maps oder der Google Navigation ist es mit Ovi Maps möglich das benötigte Kartenmateriel vorher aus dem Internet herunterzuladen und dann die Applikation offline zu verwenden. So ist zur Navigation lediglich GPS und keine teure mobile Internetverbding erforderlich. Auch im Ausland.
Microsoft hat bereits angekündigt, dass im Zuge des Windows Phone 7 Updates Mango die Navigationsmöglichkeiten mit einem WP7 Smartphone grundlegend überarbeitet werden sollen. Obwohl Microsoft die Windows Phone Dienste fast vollständig in die Cloud ausgelagert hat wäre es klasse wenn dieses Ovi Maps Feature bestehen bleiben würde. Das wäre ein richtiges großes Alleinstellungsmerkmal für Windows Phone.
Skype
Microsoft verfügte bereits über einen ähnlichen Dienst, konnte aber nie die notwendigen Marktanteile erzielen. So kauft Microsoft vor allen Dingen die rund 550 Millionen Skype Nutzer, wovon allerdings die meisten nur die kostenlosen Angebote nutzen. Das Ziel von Microsoft wird es, meiner Meinung nach, nicht sein Skype zu einem Gewinnbringer umzubauen sondern Skype, bzw. Online-Telefonie, in die eigenen Produkte zu integrieren. Beispielsweise in die Xbox. Auch ist Microsoft an Facebook beteiligt. Nicht nur, dass Facebook tief in Windows Phone 7 integriert ist und dort einen richtigen Mehrwert schafft, auch könnte es das Ziel des Zukaufs sein Skype in Facebook zu integrieren. Facebook verfügt aktuell über rund 600 Millionen Nutzer und will nach eigenen Angaben das soziale Netzwerk zu einer Kommunikationszentrale umbauen.
Windows Phone
Was heißt der Zukauf für Windows Phone? Langfristig könnte Microsoft mit Nokia und Facebook ein Smartphone auf den Markt bringen welches die Mobilfunkprovider zu reinen Anbietern von mobilen Internetverbindungen degradiert. Nachdem die Musik-, Film- und bald Bücherindustrie durch das Internet revolutioniert wurden könnte Microsoft das Geschäftsmodell der Mobilfunkanbieter gehörig umkrempeln. Da Telefonate und Nachrichten über mobiles Internet übertragen werden würden, würden keine weiteren Kosten für den Nutzer mehr anfallen. Einen ersten Schritt wird Microsoft vielleicht schon mit dem Update Mango starten, Gerüchten nach soll MSN in den Windows Phone 7 Nachrichten Hub integriert werden.
Meiner Meinung nach verspricht das eine spannende Entwicklung.

